E.ON - Umweltpreis für das Stamsrieder Naturbad im Schlosspark
Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Deutschen Museum in München hat die E.ON Bayern AG den E.ON Bayern-Umweltpreis verliehen. Dabei konnte Bürgermeister Alfred Lang für den Markt Stamsried einen der Hauptpreise in Höhe von 50000 Euro in Empfang nehmen. Der Umweltpreis ist mit insgesamt 250000 Euro dotiert und zählt zu den bundesweit höchst dotierten Preisen für ökologisches Handeln.
Die Schirmherrschaft für die Verleihung hat der bayerische Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Werner Schnappauf übernommen. „Der E.ON Bayern- Preis ist der größte Umweltpreis in Bayern. Er prämiert innovative Umweltideen, vom Energiesparen über die Nutzung erneuerbarer Energien bis hin zur Gewässerrenaturierung. Der Preis bringt deutliche Schubkraft für den kooperativen Umweltschutz und stärkt Engagement und Selbstverantwortung“, so der Minister.
Dr. Stefan Vogg, Mitglied des Vorstandes der E.ON Bayern, sagte, dass jene Vorhaben der Gegenwart und Zukunft im Fokus stehen, die ohne Unterstützung nicht oder nur schwer realisierbar wären. „Unsere Zielsetzung lautet, ökologische Ideen in die Tat umzusetzen. Das ist in unseren Augen praktizierter Umweltschutz, von dem wir letztlich alle profitieren".
Insgesamt gingen knapp 300 Bewerbungen für den E.ON Bayern-Umweltpreis ein, zwei davon erwiesen sich als gleichwertige Projektideen von hoher Qualität. Daher hat sich die unabhängige Fachjury für zwei Hauptpreisträger entschieden, die mit jeweils 50000 Euro ausgezeichnet wurden. Als Kriterium für die Preisvergabe ist in erster Linie der Umweltnutzen maßgebend. Weitere Beurteilungskriterien sind die praktische Umsetzbarkeit, die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Der Schlosspark im Ortskern von Stamsried, einer der wenigen architektonisch gestalteten Herrschaftsgärten der Oberpfalz, vereinigt in sich sowohl Züge der Renaissance als auch des Barock. Durch verschiedene Einbauten wie Schulanlage und Freibad wurde er in den vergangenen 30 Jahren in seiner Gesamterscheinung erheblich gestört. Nachdem eine neue Schule gebaut wurde, wird der Schlosspark in Anlehnung an das Urkataster von 1841 seit Ende 2004 in vier Bauabschnitten revitalisiert, um ihn als Grün- und Parkanlage zur Verfügung stellen zu können. An Stelle von Schulhaus und Freibad entstand ein Barockgarten mit Pergolen und Teichanlage, der sich an den historischen Grundstrukturen des Parks orientiert. Die Teichanlagen dienen als vollbiologisches Naturbad, für das bewusst eine zeitgemäße, ökologisch saubere und chemiefreie Klärtechnik gewählt wurde. Außerdem wurde im Schlosspark ein geomantischer Lehrpfad angelegt, ein Selbsterfahrungsweg mit 18 aufeinander aufbauenden Stationen. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen im Oktober 2006 soll der Schlosspark zu einer Stätte der Begegnung und einem Naherholungszentrum für Jung und Alt werden.
Bürgermeister Alfred Lang war überglücklich über die Zuerkennung der Auszeichnung. „Die Revitalisierung des Stamsrieder Schlossparks ist ein bayernweit einmaliges Projekt, das ökonomische, ökologische, soziale und geistig-seelische Nachhaltigkeit verbindet. Für den Markt Stamsried ist diese hohe Auszeichnung die Bestätigung dafür, dass unser konsequenter nachhaltiger Weg Erfolg hat. Die Bürgerinnen und Bürger Ostbayerns, unsere zahlreichen Urlaubsgäste sowie die Stamsrieder Bevölkerung erleben im barocken Schlosspark den Einklang von Natur und Mensch. Diese Einheit – Naturbad, geomantischer Selbsterfahrungspfad und barocke Parkanlage – schärft unser unverwechselbares Profil“, erklärte Lang.
Auch Landrat Theo Zellner zeigte sich hoch erfreut bei der Verleihung, denn mit Stamsried und Waldmünchen (Aktionsbündnis Cherchov) wurden gleich zwei Kommunen aus dem Landkreis Cham ausgezeichnet. Der gesamte Landkreis freue sich mit Stamsried, denn mit der Errichtung eines vollbiologischen Naturbads in einer barocken Parkanlage ist Stamsried ein Aushängeschild für den ganzen Freistaat, so Landrat Zellner.