Verantwortungsvoll für die nächsten Generationen

Kompetenzteam von Bezirk, Denkmal- und Heimatpflege besuchte Schlosspark

Auf ihrer Tour durch den Regierungsbezirk Oberpfalz statteten der stellvertretende Bezirkstagspräsident Ludwig Spreitzer, Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und Bezirksheimatpfleger Dr. Franz Xaver Scheuerer auch dem Markt Stamsried einen Besuch ab. Das große Kompetenzgremium wollte sich einen Eindruck über die Revitalisierung des Stamsrieder Schlossparks verschaffen, eine Maßnahme die von allen genannten Gremien durch Beratung und finanzielle Mittel unterstützt wurde und wird.

Bürgermeister Alfred Lang zeigte sich bei der Begrüßung erfreut über das Interesse an Stamsried und hieß neben den hochrangigen Vertretern von Bezirk, Denkmal - und Heimatpflege des weiteren August Bäuml und Markus Weber vom Architekturbüro Schnabel aus Bad Kötzting sowie Kämmerer Johann Braun und Herbert Bauer vom Tourismusbüro willkommen. Nachdem er den Markt Stamsried kurz vorgestellt hatte erinnerte Lang an das Ende der 80-er Jahre als Stamsried unter Bürgermeister Wolfgang Spießl bestrebt war, Pilotprojekt in der Dorferneuerung zu werden. Bei einem Kolloquium der Preisrichter im Rahmen eines Architekturwettbewerbes kamen dabei völlig neue Aspekte in Bezug auf die geplante Schulhauserweiterung ins Gespräch. Die einhellige Meinung der Experten war, dass eine Erweiterung des bestehenden Schulhauses im Stamsrieder Schlosspark, der seinesgleichen in der Oberpfalz sucht, eine "Sünde“ wäre. Es wurde die unumstößliche Forderung laut, den Schlosspark von den störenden Bauten zu befreien und einen neuen Standort für Schule und Sportanlagen auszuweisen. Nachdem alle von Bürgermeister Wolfgang Spießl kontaktierten Regierungsstellen sowie die Dorferneuerung wohlwollend der Auslagerung aus dem Schlosspark gegenüber standen, stimmte auch der Marktrat zu. Oberstes Ziel dabei war es einen der wenigen historischen barocken Parkanlagen in der Oberpfalz in seiner Gesamtheit wieder herzustellen. Der erste Schritt wurde dabei Anfang der 90-er Jahre mit dem Neubau der Schule mit Doppelturnhalle in der Hofgartenwiese gesetzt. Das Gesamtkonzept „Revitalisierung des Schlossparks“ wurde nun nach und nach mit den Abbrucharbeiten, der Geländemodellierung, der Sanierung des Baumpflegewerkes und der Sanierung der Schlossmauer angegangen. Es folgten die Errichtung des Naturbades und des Stamsrieder Kraftweges, wobei die Akzentuierung der barocken Formen maßgebend war. “Mir war es wichtig diese einmalige Gegebenheit zu optimieren und mit dem Dreiklang Schlosspark, Naturbad und Kraftweg ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen“, betonte Lang und ergänzte, dass dieser konsequente Weg mit einem gelungenen Werk und mit mehreren Preisen belohnt wurde. Der Abschluss der mit 1,5 Mill. Euro veranschlagten Gesamtmaßnahme erfolgt in Kürze mit der Beschriftung des Kraftweges. Sein Dank galt allen, die das Projekt großartig unterstützt hatten. Dabei erwähnte er besonders MdL Manfred Ach und MdL Markus Sackmann, die Regierung der Oberpfalz, den Freistaat Bayern sowie den Denkmalschutz und nicht zuletzt die Gesamtplaner vom Architekturbüro Schnabel und alle Fachplaner, denen er eine hohe Sensibilität für eine derartige historische Anlage bescheinigte. "Der Markt Stamsried hat in hohem Maße Verlässlichkeit in Bezug auf die Befreiung von störenden Bauten bewiesen,“ so Lang. Insbesondere an den Vizebezirktagspräsidenten Ludwig Spreitzer richtete er die Bitte um weitere Unterstützung, die dieser gern zusagte. "Voller Stolz zeige ich ihnen heute die Anlage!” freute sich Bürgermeister Lang und lud das Gremium bei herrlichem Frühlingswetter zu einem Rundgang durch Naturbad und Schlosspark ein.

Generalkonservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl zeigte sich dankbar, dass Stamsried in die Besichtigungstour eingebaut wurde, da er das „Vorher“ kannte und nun noch besser das „Nachher“ beurteilen kann. Er verwies darauf, dass der gesamte Landkreis Cham aus Sicht der Denkmalpflege ( Burganlagen, Schlösser, Ortsbilder usw.) außerordentlich interessant sei, was leider viel zu wenige wissen. „In diesen Kontext gehört natürlich auch der Stamsrieder Schlosspark“ meinte Greipl und betonte dass dem Projekt höchster Respekt und größtmögliche Unterstützung gebührt. Besonders freute es ihn, dass das Areal verantwortungsvoll für die nächsten Generationen in Wert gesetzt wurde. „Der Stamsrieder Schlosspark ist ein gutes Beispiel für generationenübergreifendes Denken!“, so Greipl abschließend. Diesen Worten schlossen sich Vizebezirktagspräsident Spreitzer und Bezirksheimatpfleger Dr. Scheuerer gern an und gratulierten einstimmig zur gelungenen Revitalisierung.


Foto: (von links): Markus Weber und August Bäuml, Architekturbüro Schnabel, Professor Dr. Egon Johannes Greipl, Bürgermeister Alfred Lang, stellv. Bezirkstagspräsident Ludwig Spreitzer, Bezirksheimatpfleger Franz-Xaver Scheuerer, Kämmerer Johann Braun.

Quelle: Chamer Zeitung